St.Georgen bei Obernberg am Inn, Gemeinde St. Georgen bei Obernberg

Eine Gemeinde stellt sich der Herausforderung sich zu verändern

Die Gemeinde St. Georgen bei Obernberg  ist eine Gemeinde mit rd. 570 Einwohner/innen im Innviertel. 
Zwischen den Bezirksstädten Braunau, Ried, Schärding und dem benachbarten Zentren in Bayern (Bad Füssing, Rotthalmünster, Pocking) gibt es  bei einer Fahrzeit von ca. einer halben Stunde zahlreiche Arbeitsplätze, eine gute Nahversorgung und mit Thermen, Radwegen und Gasthäusern  ein sehr gute Freizeit-Infrastruktur. Die Mehrzweckhalle wird von verschiedenen Vereinen und Gruppen fast täglich zum Trainieren, Proben und für Vorträge und Veranstaltungen genutzt. Auch der Kindergarten und die Volksschulkooperation mit den Gemeinden Mörschwang und Weilbach befinden sich im Ortszentrum der Gemeinde. 

Im Zuge eines Dorferneuerungsprojektes überlegten sich im Jahr 1992 engagierte Bürger/innen aus der Gemeinde eine Nachnutzung für die ehemalige Volksschule in der Gemeinde St. Georgen bei Obernberg am Inn.

Zu dieser Zeit zogen die ersten Computer in die Büros und Ämter und waren der Beginn einer neuen Zeit, die  sich auf die Arbeitsplätze, die Mobilität und auch auf die Menschen selbst gravierend auswirkte.

Ein Gruppe engagierter Bürger/innen waren von der elektronischen Datenverarbeitung begeistert und legten den Grundstein für das Telehaus St. Georgen. Der Verein mietete die ehemalige Volksschule um mit EDV- Anlagen ausgestattete Räumen für Firmen und Privatpersonen als Telearbeitsplatz anzubieten.

Diese damals sehr innovative Idee wurde jedoch sehr rasch  von plötzlich preisgünstig verfügbaren Computern  überholt und der Verein entschloss sich als Dienstleistungs- und Ausbildungsbetrieb zu arbeiten.

Computer wurden auch für den Privathaushalt interessant und auch leistbar. So wurde aus dem Telehaus ein Bildungshaus, in dem 1997 bis 2007 EDV Kurse angeboten wurden.

Im Jahr 2002 zog in die Räumlichkeiten des Telehauses die von Landwirten gegründete Milchliefergemeinschaft ein, die das Ziel verfolgte einerseits Milch zu bündeln und gemeinsam zu vermarkten und andererseits Betriebsmittel kostengünstig einzukaufen. 

In den folgenden Jahren sank das Interesse an EDV Kursen rapide. Der Umgang mit EDV wurde immer mehr zur Selbstverständlichkeit im Arbeitsleben und auch im privaten Bereich.

Der Verein reagierte darauf und stellte die Seminartätigkeit und später auch die Vereinstätigkeit ein und übergibt die Verwaltung zurück an die Gemeinde.

Die Räumlichkeiten wurden jungen Betrieben zur Verfügung gestellt und es entwickelten sich daraus mittlerweile angesehene Unternehmen die sich in der Gemeinde und in der Region einen eigenen Standort ausgebaut haben.

Auch die Nahversorgung veränderte sich in dieser Zeit. Das Gasthaus sperrte zu und das Spargeschäft wurde am Ortsrand der Nachbargemeinde Obernberg neu errichtet. 

Heute befindet sich im Erdgeschoß des Telehauses ein kleiner Dorfladen, der von den Betreibern der Bäckerei und des Spar-Marktes Zimmerer als Filiale betrieben wird. Die Pfarre eröffnete mit der Schließung des Gasthauses das "Pfarrcafe", in dem es nach den Gottesdiensten möglich ist sich in geselliger Runde zu treffen. 

Das Telehaus brachte den Stein ins Rollen und war Vorbild für eine beachtenswerte Zahl neuer Betriebe, die sich im Ortszentrum angesiedelt haben: 

 

  • Dorfladen Zimmerer, Stahlprofi Hallenbau, Atelier Hoffmann im Telehaus bzw. der ehemaligen Volksschule
  • FotoloungeBlende8, ein kreatives Fotostudio im ehemaligen Gasthaus

  • Verein der Milchproduzenten  im Pfarrhof

  • Platon-IT, CAD Konstruktionen im  Obergeschoß des Gemeindeamts

  • Baumann Erdbewegungen im Obergeschoß der Raiffeisenbank

  • Prenninger Eis im ehemaligen Spar-Markt

 

Es ist anfangs schwierig wenn durch Schließungen Lücken entstehen. Doch bieten Lücken wieder einen Nährboden für neue Ideen und Projekte. In der Gemeinde St. Georgen bei Obernberg konnten Leerstände immer wieder gefüllt werden und es entstanden dadurch attraktive Arbeitsplätze in der lebenswerten Gemeinde. 
Die Entwicklung und Lebendigkeit einer Gemeinde ist abhängig vom Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Ein reges Vereinsleben bietet bereits Jugendlichen die Gelegenheit Teil einer Gemeinschaft zu sein, Verantwortung zu übernehmen und sich somit auch immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen.