Mistelbach , Gemeinde

BürgerInnengärten

Das Projekt BürgerInnengärten wurde im Jahr 2014 durch Vizebürgermeister Christian Balon ins Leben gerufen und ist unter Mitbeteiligung von Bürgern der Stadtgemeinde Mistelbach im Rahmen einer Stadterneuerungssitzung entstanden. Da immer mehr Konsumenten Lebensmittel die unter massivem Pestizideinsatz, Wasserverschwendung und Monokulturen erzeugt werden ablehnen, wurde die Idee umgesetzt, Lebensmittel, regional, saisonal und biologisch selbst zu produzieren. Bürger, die im städtischen Raum wohnen und keinen eigenen Garten haben, haben seit 2014 die Möglichkeit von der Stadtgemeinde Selbsternteparzellen anzumieten um auf diesen ihr eigenes Obst und Gemüse anzupflanzen. Die Parzellen liegen in der Nähe des Zentrums und sind auch zu Fuß oder mit dem Rad gut erreichbar. Im Gartengerätehäuschen können die Mieter Gartengeräte, Gießkannen und Zubehör deponieren. Die Wasserentnahme und Müllentsorgung ist im Mietpreis inbegriffen. 

Mistelbach ist eine Stadt, die in den letzten Jahrzehnten durch den Ausbau der A5 enorm wächst. Die Anzahl der Wohnbauträger, die in der Stadt bauen ist dadurch ebenso gestiegen, wie die Nachfrage nach Wohnraum. Es ist nun eine wichtige Aufgabe der Gemeinde, dass die  Lebensqualität durch dieses rasche Wachstum in der Stadt erhalten bleibt. Nachhaltige Projekte wie das Projekt BürgerInnengärten tragen dazu bei. 

  1. Was war die Idee hinter dem Projekt?                                                                                                                                                                             Förderung von nachbarschaftlichen Beziehungen im städtischen Raum

    • Förderung der Gesundheit der Bevölkerung durch Bewegung im Garten,
    • Kinder, die in Wohnungen wohnen, und deren Eltern Selbsternteparzellen bewirtschaften,  können  frühzeitig die Herkunft Ihrer Lebensmittel kennenlernen, diese Erfahrung prägt.
    • Mistelbacher Bürger unterschiedlichster Herkunft werken gemeinsam im Garten und tauschen ihre Erfahrungen aus
    • Ernte von saisonalem Gemüse bei Vollreife, Erfolgserlebnisse durch selbst produzierte Produkte
    • Reduzierung der Treibhausgase durch Produktion von Lebensmitteln vor der Haustür

Das  Projekt wurde in der Gesunden Gemeinde Mistelbach beschlossen und wird von dieser finanziert. Die Gesunde Gemeinde hat das Ziel Gesundheitsförderung in der Bevölkerung zu forcieren. Vorträge und Workshops, die sich inhaltlich dem Thema widmen, wie z.B. "garteln" oder "Pflanzentauschbörsen" werden ergänzend zum Projekt „BürgerInnengärten“ angeboten. Rund 30 Parzellen finden derzeit noch immer reißenden Absatz unter den Mietern, die aus verschiedensten Nationalitäten kommen, ihre eigene Art haben anzubauen, bestimmte Pflanzen, die aus ihrer Heimat kommen bevorzugt anbauen und sich darüber gerne austauschen. Eine Schulklasse der HAK Mistelbach hat eine Parzelle bewirtschaftet und darüber dann ihr Maturaprojekt geschrieben. 

Zukünftige geplante Erweiterung: Bei erhöhter Nachfrage ist an eine Erweiterung von Mietflächen, dort wo es räumlich und wirtschaftlich möglich ist, gedacht. Wohnbaugesellschaften, die in der Stadtgemeinde zukünftig Wohnkomplexe bauen,  werden ermutigt,   bei der Planung neuer Gebäude einen Raum für Selbsternteparzellen für die zukünftigen Mieter zu berücksichtigen.

Erfahrungen, die sich aus der Bewirtschaftung der Mietfläche geben, sollen zukünftig in Gärtnerstammtischen ausgetauscht werden. Ergänzend dazu können Koch- und Verarbeitungskurse, sowie Gartenschautage angeboten werden. Das Projekt ist nachhaltig, klimaschonend und fördert das Zusammenleben in der Stadt.