Kremsmünster, Gemeinde

Essbare Gemeinde

Was ist die „Essbare Gemeinde“?

Die „Essbare Gemeinde Kremsmünster“ ist ein Gemeinschaftsprojekt, das von allen im Gemeinderat vertretenen Parteien getragen wird. Wir haben vor einigen Jahren begonnen unsere Ernährung wieder selbst in die Hand zu nehmen. Jeder neue Lebensmittelskandal bestärkt uns in der Überzeugung, dass wir für unser Essen und unsere Gesundheit selbst Sorge tragen müssen. Nach dem Motto: regional, saisonal und biologisch. Eine Vision wäre die Grundversorgung für Kremsmünster, auf Flächen in und um Kremsmünster zu sichern. Auch wenn das so schnell nicht zu verwirklichen ist, so reduzieren wir Gemeinschaftsgärtner mit unserer Arbeit und mit jedem weiteren Garten, den Co² Ausstoß in unserem Ort. Überlegt man einmal was die Produktion von Tomaten im wasserarmen Spanien kostet, rechnet man dann den Transport, den Ausschuss und die Entsorgung überzähliger, oder nicht ganz so schöner Gemüse dazu, so macht unser Projekt noch viel mehr Sinn.

Die Arbeit in der Gemeinschaft geht leichter, schneller und verbindet. So rücken verschiedenste Menschen bei der Gartenarbeit näher zusammen. Man lernt sich kennen und schätzen. Nebenbei macht die Arbeit im Gemüsegarten auch einen riesen Spaß. Wir lernen viel voneinander und besonders von unserer Gärtnerin, Bernadette Schützenhofer, die uns von Anfang an, unentgeltlich unterstützt. Ein weiterer wichtiger Part sind unsere Biobauern, Familie Öllinger und Buschberger, ohne deren Grund, Know how und Geräte, das Projekt nur eine Idee geblieben wäre. Was haben wir schon verwirklicht und wie entwickeln wir uns weiter? In den letzten 4 Jahren haben wir jedes Jahr mindestens einen Gemeinschaftsgarten, oder einen öffentlichen Garten verwirklicht. 2017 haben wir den Kremüsegarten in der Dendlleiten angelegt. In den nächsten Jahren werden wir weiter wachsen. Ein Beerengarten und ein Schulgarten mit Forscherhochbeet wird 2019 umgesetzt.

In drei von 4 Kindergärten haben wir Hochbeete und Bodenbeete zur Verfügung gestellt, um auch die Kleinsten auf unsere Reise in eine „Selbstversorger Zukunft“ mit zu nehmen. Im Hort wurden ebenfalls zwei Hochbeete installiert. Auch mit Haltbarmachen und Einlagern, ohne Energieverbrauch beschäftigen wir uns. Außerdem haben wir einen Kräutergarten, eine Streuobstwiese neben einem Kindergarten und einen öffentlich zugänglichen Gemüsegarten mit Beerensträucher verwirklicht. Diese Gärten werden von freiwilligen Bürgerinnen, sowie von den Mitgliedern der essbaren Gemeinde gestaltet, gepflegt und bewirtschaftet. Ernten darf hier jeder. Diese 3 Gärten sind für alle Bürgerinnen und Bürger. Beim größten örtlichen Industrie Unternehmen, der Greiner Holding, wird heuer unter Anleitung der Essbaren Gemeinde, der erste Gemüsegarten für die Mitarbeiter und das Restaurant am Firmengelände installiert.

Die Essbare Gemeinde steht hier mit Know How zur Verfügung, die Kosten trägt die Greiner Holding sowie der Restaurantbetreiber. Kurzfristiges Ziel ist es, das Bewusstsein für gesunde, selbst produzierte, biologische Lebensmittel zu stärken. Vermitteln von Premakultur Grundlagen wie mulchen, gute und schlechte Nachbarn und kompostieren ist ein weiteres Ziel. Mittelfristiges Ziel ist die Kompetenzen für regionale Gemüseproduktion, Bodenmanagement und Veredelung in unserer Gemeinde zu halten und weiter zu entwickeln. Kreislaufwirtschaft zu verinnerlichen, zu lehren und auf andere Projekte umzulegen. Langfristiges Ziel kann die weitgehende Lebensmittel Autarkie unserer Ortsgemeinschaft sein. Um die Ernährung für unsere Bürger zu sichern. Sowie Entwicklung zukunftsfähiger, landwirtschaftlicher Konzepte, die ein Überleben kleinerer Landwirte in Ortsnähe sichern sollen.

Folgende von der Uno definierten SDGs (Sustainable Development Goals) werden durch die essbare Gemeinde Kremsmünster heute schon zumindest teilweise abgedeckt: Kein Hunger (2) Gesundheit und Wohlergehen (3) Nachhaltige/r Konsum und Produktion (12) Maßnahmen zum Klimaschutz (13) Leben unter Wasser (14) Leben an Land (15) Partnerschaft zur Erreichung der Ziele (17) Finanzierung: Der Gemeinderat hat den Umweltausschuss mit der essbaren Gemeinde betraut und mit 5.000 Euro Budget pro Jahr ausgestattet. Diese Gelder werden für die Errichtung der nötigen Infrastruktur und zur Bewusstseinsbildung verwendet. Auch Blühstreifen und Bienenweiden bei den Gärten werden damit finanziert. Außerdem trägt die essbare Gemeinde noch die Kosten für die Pflanzen der öffentlichen Flächen und die Bildungsstätten. Die Gärtner bezahlen nur die Pflanzen und Samen ihrer Gemeinschaftsgärten. Diese Kosten werden auf die Anzahl der Erwachsenen aufgeteilt. In den letzten Jahren ergab sich je nach Wünschen der Mitglieder ein Betrag von 30 -40 Euro pro Erwachsenen. Es war mir eine Freude Ihnen unser Projekt vorstellen zu dürfen. Kremsmünster möchte mit diesem Projekt die Wichtigkeit der Ernährungssicherheit hervorheben. Wir haben diesen Weg 2014 beschritten und möchten ihn als Vorreiter in der Region weiter gehen. Christian Kiennast Vbgm. Marktgemeinde Kremsmünster